Stylectrical


Am 15. Januar schließt das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg seine Pforten zur Sonderausstellung "Stylectrical. Von Elektrodesign, das Geschichte schreibt". Damit war unser heutiger Besuch in der Ausstellung leider nahezu eine der letzten Gelegenheiten hiervon zu berichten.

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Über die Hälfte der ausgestellten Exponate sind Produkte der Firma Apple, die zum Großteil von Apple's Chefdesigner Sir Jonathan Ive entwurfen wurden. Diese wurden in einer chronologischen Reihenfolge präsentiert und gaben so einen interessanten Einblick in den Aufbau und Weiterentwicklung eines Produktdesigns, welches durch seine konstante Formensprache einen hohen Wiedererkennungswert besitzt.

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Im Eingangsbereich werden in Form eines "Power On" Logos mehrere iMacs der ersten Generation ( 1998 ) präsentiert. Bei diesem iMac war nicht nur die Formensprache radikal anders als bei allen bisherigen Computern, sondern es fand auch ein neues Material Verwendung - transluzentes Kunststoff hauptsächlich in den Farben der Jelly Beans. Der iMac sollte als Einrichtungsgegenstand verstanden werden und fand durch sein ansprechendes Design und hohe Portabilität wohl auch seinen Weg in andere Zimmer, anstatt nur in einem Arbeitszimmer verbannt zu werden. Interessant sind auch kleine Änderungen im Detail, so wurden in späteren iMac Modellen der Bondi Generation Lüftungsschlitze vom oberen Gehäuseteil in den Tragegriff des Gehäuses verlegt.

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Für mich war es sehr interessant die Parallelen zu entdecken die sich ergeben, wenn man Produkte der Firma Braun aus den 50er und 60ern, welche u.a. von Dieter Rams entworfen wurden, mit den Apple Produkten die unter Jonathan Ive enstanden, vergleicht. Bekanntestes Beispiel hierzu ist sicherlich der Vergleich des Braun T3 Transistorradios mit dem iPod.
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Diese Produkte nicht nur virtuell im Internet zu sehen, sondern einmal selbst im Original betrachten zu können ist schon etwas besonderes. Es waren eine Vielzahl von Braun Produkten in der Ausstellung zu sehen, angefangen vom SK61 Schneewittchensarg, über dem Weltempfänger T1000 bis hin zu den Braun LE1 Elektrostaten. Frappierend fand ich u.a. zu sehen, wie sich Material, Erscheinungsbild und der Zugang zu den Bedienelementen des Braun T1000 Weltempfängers mit dem Zugriff auf das Innere eines Power Mac Pros ähnelten.

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Der Besuch der Ausstellung ist ein Muß für jeden Apple Enthusiasten und lohnt sich für jeden, der an Produktdesign interessiert ist.